Mai 2009: Vortragsreihe
Drei prominente Redner/innen waren im Mai und Juni 2009 nach Tübingen eingeladen, um aus wirtschaftlicher, politischer und wissenschaftlicher Sicht über den Klimaschutz zu sprechen. Die Vortragenden sind die Umweltökonomin Prof. Dr. Claudia Kemfert, Bundesaußenminister a. D. Joschka Fischer und der Klimaforscher Prof. Dr. Mojib Latif. Bei allen Vorträgen gab es einen Büchertisch, der von den Tübinger Buchhandlungen organisiert wurde. Es bestand die Möglichkeit, sich die Bücher der Vortragenden signieren zu lassen. Der Eintritt ist frei.
Prof. Dr. Claudia Kemfert "Mit dem Klimawandel rechnen"
Dienstag, 5. Mai 2009, 20 Uhr Kupferbau, Hölderlinstraße, Hörsaal 23
Claudia Kemfert zeigt Wege aus dem Klima-Dilemma und bringt dabei die Debatte unabhängig und vorurteilsfrei auf den Punkt: Klimaschutz ist DER Wirtschaftsmotor für unser Land und sichert unseren Wohlstand, so ihre These. Die Klimamärkte reichen von innovativen Technologien über Klima-Produkte bis hin zu Immobilien und Finanzmärkten, so Kemfert. „Die Erdatmosphäre braucht Klimaschutz. Und der Konsument will Klimaschutz“, schreibt Kemfert in ihrem Buch „Die andere Klima-Zukunft“. Zum Klima gibt es also reichlich Gutes zu berichten, so ihr Resümee.
Prof. Dr. Claudia Kemfert leitet seit April 2004 die Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und ist Professorin für Umweltökonomie an der Humboldt-Universität Berlin. Sie ist Wirtschaftsexpertin auf den Gebieten Energieforschung und Klimaschutz und hat im Herbst 2008 ein Buch mit dem Titel „Die andere Klima-Zukunft – Innovation statt Depression“ veröffentlicht.
Prof. Dr. Claudia Kemfert, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) (c) Sabine BraunJoschka Fischer "Eine Politik für den blauen Planeten"
Mittwoch, 24. Juni 2009, 20 Uhr Mensa Wilhelmstraße, Großer Saal
Bundesaußenminister a. D. Joschka Fischer setzt die Vortragsreihe mit dem Thema „Eine Politik für den blauen Planeten“ fort. Fischer wendet sich gegen ideologische Barrieren. Stattdessen setzt er auf inhaltliche Gemeinsamkeiten und Mehrheitsfähigkeit. Dazu zählt der ehemalige Außenminister neben den erneuerbaren Energien und CO2-freier Kohletechnologie auch Tugenden wie Effizienz und Sparsamkeit, Wahrheit in den Preisen sowie Regulierungen und Strukturen, die all dies befördern. In der notwendigen globalen ökologischen Revolution werde zugleich die Macht- und Reichtumsverteilung des 21. Jahrhundert entschieden. „Wer dabei auf jene falsche Strategie namens Konkursverschleppung setzt, der wird nicht nur zu den ökologischen, sondern sehr schnell auch zu den ökonomischen und sozialen Verlierern gehören. Deutschland kann sich eine solche Fehlentscheidung nicht erlauben“, so Fischer.
Dr. h. c. Joschka Fischer, Bundesaußenminister a. D.Prof. Dr. Mojib Latif "Nach uns die Sintflut"
Freitag, 26. Juni 2009, 20 Uhr, Kupferbau, Hölderlinstraße, Hörsaal 23
Aufgrund einer kurzfristigen Terminverschiebung konnte Professor Mojib Latif am Freitag, 26. Juni 2009 nicht nach Tübingen kommen. Sein Vortrag, den er im Kupferbau im Rahmen der Klimaschutzkampagne „Tübingen macht blau“ gehalten hätte, muss deshalb verschoben werden. Er wird voraussichtlich im Herbst 2009 nach Tübingen kommen. Ort und Zeit seines Vortrags „Nach uns die Sintflut?“ werden rechtzeitig bekannt gegeben.
Prof. Dr. Mojib Latif ist Klimaforscher am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften an der Universität Kiel. „Nach uns die Sintflut?“ fragt er bei seinem Vortrag. Latif weist nach, dass der Großteil des Temperaturanstiegs während der letzten 100 Jahre von knapp 0.8°C auf den Menschen zurückgeht. Hauptursache ist der Ausstoß von Kohlendioxid. Es entsteht hauptsächlich bei der Verbrennung der fossilen Brennstoffe und sein Ausstoß ist daher eng an die Energiegewinnung bzw. den Energieverbrauch gekoppelt. Der Weltklimarat (IPCC) geht von einer weiteren Erwärmung um mehrere Grad bis zum Jahr 2100 aus, mit einem Anstieg des Meeresspiegels von einem halben, möglicherweise bis zu einem Meter. Eine derartig rapide globale Klimaänderung wäre in der Geschichte der Menschheit einmalig. Deshalb schließt Latif mit einem Appell: Alle gesellschaftlichen Gruppen sind aufgerufen, sich am Klimaschutz zu beteiligen, die Politik, die Wirtschaft und jeder Einzelne.
Prof. Dr. Mojib Latif (c) IFM Geomar, Kiel
